«Ja, im Ernst! Ich habe doch gesagt, dass ich keine Phantasie habe. Aber SO schlimm war es nun auch wieder nicht. Sie hat ja überlebt. Nun macht schon, ihr braucht es doch nur anzudeuten.»

 

Die Aufgabe des obercoolen und selbstverliebten TheaterLehrers Rolf ist klar: Jeder der vier Kursteilnehmer soll sich eine Szene nach August Strindbergs «Traumspiel» ausdenken. Jeder darf einmal Gott spielen und die Welt so darstellen, wie er sie sieht.

 

Keiner der jugendlichen Schüler hat jedoch den Klassiker des schwedischen Autors gelesen. Und keiner hat Lust, Theater zu spielen. Sie haben anderes im Kopf. Blanca zum Beispiel sorgt sich um ihre behinderte Zwillingsschwester. Idris Brüder sind aus politischen Gründen im Gefängnis. Olivias Familie hingegen ist so stinknormal, dass sich darüber nichts erzählen lässt und Sanoj wagt sich nicht, den Mund aufzumachen.

 

Die fünf Szenen, die dann doch auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gebracht werden, haben’s aber in sich: Sie springen so schnell von Selbstinszenierung zu Selbstbetrug, dass man sich fragt, was real und was gelogen ist. Die Szenen enthüllen die geheimen Träume jedes Einzelnen und forschen am offenen Herzen nach der Grenze zwischen Biographie und Fiktion, zwischen Erwachsenen- und Jugendwelt und zwischen Regieanweisung und persönlichem Übergriff.

 

Jonas Hassen Khemiri, 1978 in Stockholm geboren, ist der Sohn einer Schwedin und eines tunesischen Vaters. Er hat in Paris Wirtschaftswissenschaften studiert, als Praktikant bei der UNO in New York gearbeitet und schliesst derzeit sein Literaturstudium an der Universität von Stockholm ab. Seine Romane wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

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