«Das Unternehmen ist geglückt. Sein Herz hat Feuer gefangen, steht in Flammen, liegt in Asche.»
Wie bei allen grossen Komödien Goldonis, in denen es mehr um das Wie als um das Was geht, ist die Geschichte schnell erzählt: Florenz um 1740. Alle Männer wollen Mirandolina. Die junge Wirtin betreibt ein Hotel und gibt als unverheiratete und emanzipierte Frau im Männergewerbe den Ton an – gewappnet mit den Reizen der Küche, des Alkohols und denen der Frau.
Die männlichen Gäste stellen ihr nach. Der schwerreiche Graf von Albafiorita glaubt, er könne sich für Geld alles kaufen – auch die Zuneigung der Wirtin. Der verarmte Marchese von Forlipopoli versucht, mit seinem Titel Eindruck zu schinden. Auch der Ritter von Ripafratta, ein stadtbekannter Frauenhasser, verliebt sich wider Willen in Mirandolina.
Die Gäste führen sich auf wie balzende Gockel, es wird geschwärmt, geschmeichelt, gelogen, und um hohen Einsatz gepokert: Wer wird der Glückliche sein? Nur so viel sei verraten: Mirandolina führt sie mit viel strategischem Geschick und Freude an der Verstellung alle an der Nase herum.
Die burleske Komödie «Mirandolina» ist bis heute das meistgespielte Stück Goldonis. Nicht zu Unrecht bezeichnete sie der britische Dichter Lord Byron als «eine der besten Komödien, die Europa jemals hervorgebracht hat».
Carlo Goldoni, geboren 1707 in Venedig, war Italiens erster Schöpfer von psychologischrealistischen Charakterkomödien. Mit dem Verzicht auf Masken und die übertriebene Commedia dell’Arte-Gestik machte er sich nicht nur Freunde. Trotzdem feierten seine rund 200 Theaterstücke und Opernlibretti in Italien und am französischen Hof grosse Erfolge. Ironie des Schicksals: Der aufklärerische Goldoni starb 1793 verarmt in Paris; die Französische Revolution hatte ihn der höfischen Einnahmequelle beraubt.













