«Wie so ein Tag ohne schlechtes Gewissen anfangen würde, mit einem Singleparallelleben neben dem Job oder irgend ein anderes Leben mit irgend einer anderen Frau, egal, nur kein Kind.»

 

Der Bundesrat schickt demnächst ein neues Gesetz in die Vernehmlassung, das Mütter und Väter automatisch zu Mitinhabern des elterlichen Sorgerechts macht – auch nach einer eventuellen Scheidung. Das Seilziehen ums Kind soll verhindert und Väter gleichberechtigt werden.

Was aber, wenn nach der Scheidung niemand die Verantwortung für das gemeinsame Kind übernehmen will? Die Autorin Marianne Freidig zeigt in ihrem Stück zwei «Top Dogs», erfolgreiche Menschen in Kaderpositionen und Vertreter der Oberschicht. Verena und Michael kämpfen mit allen Mitteln darum, das Kind dem Ex-Partner zuzuschanzen. Kein noch so abstruser Vorwurf wird ausgelassen, um wieder kinderlos, das heisst frei zu sein.

«Top Kids» trifft ins Zentrum einer immer intensiver werdenden Debatte über aktuelle Lebensmodelle: zu wenig Kinder, zuviel Selbstbezogenheit, zu wenig Chancen für Familien in einem auf Rentabilität ausgerichteten Alltag. Die Autorin spitzt zu ohne zu dramatisieren, sie nimmt den vermeintlichen Ausnahmefall als Normalfall und schafft damit ein provokantes, hochaktuelles Stück.

 

Marianne Freidig, geboren 1968 in der Lenk, gehört zu den erfolgreichsten Schweizer DramatikerInnen der jüngeren Generation. Ihre beiden Stücke «Mañana – Eine Familienreparatur in vier Tagen» und «Top Kids» wurden am Staatstheater Stuttgart uraufgeführt, wo sie in der Spielzeit 2005 | 2006 Hausautorin war. Die Regisseurin Anina La Roche inszenierte bereits mehrere ihrer Stücke, zuletzt die freie Produktion «Gift».

 

Mit freundlicher Unterstützung der Theaterfreunde Solothurn. www.theaterfreunde.ch

 

 


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